Die Stressgeneration
Hektik. Stress. Zwei Wörter, die unseren Alltag leider oft allzu gut beschreiben. Unsere Tage sind minütlich durchorganisiert. Selbst unsere Freizeit und das Wochenende leidet an unserer Planungswut. Dabei entstehen Wörter wie Wochenendstress, das wie ein Widerspruch in sich klingt und doch bei vielen zutrifft. Nach einer anstrengenden Arbeitswoche lautet der Plan fürs Wochenende: Einkaufen, Oma besuchen, Ausflug mit den Kindern. Nur nicht innehalten. Nichts verpassen. Ein Phänomen unserer Zeit.
Einfach mal abschalten
Dabei merken wir selbst, dass uns das auf Dauer nicht gut tut. Manchmal schreit der Körper regelrecht auf und eines Tages geht nichts mehr: Burnout-Syndrom. Doch so weit braucht man es gar nicht kommen zu lassen. Hin und wieder einfach bewusst einen Gang zurückschalten und sich Zeit zur Muße nehmen. Vielen fällt es schwer, einfach einmal nichts zu tun. Sich auf eine Parkbank zu setzen und die Welt an sich vorbeiziehen zu lassen. Das ist Müßiggang, der in uns oft das schlechte Gewissen wachruft. Einfach nichts zu tun, ist in unserer Welt negativ behaftet. Auch das Nein-Sagen fällt vielen schwer.
Macht man sich aber frei von solchen Selbstvorwürfen, kann man sich keine Inseln im Alltag schaffen. Nicht nur schnell unter die Dusche hüpfen, sondern ein paar Kerzen anzünden und ein langes Bad nehmen. Sich einen dicken Schmöker kaufen und sich ein ganzes Wochenende zu Hause vergraben. Einen Bus sausen lassen und zehn Minuten den spielenden Kindern zusehen. Anstatt die Wohnung auf Hochglanz zu putzen, den Lieblingsfilm einlegen. In den Baumarkt gehen und den ganzen Nachmittag alle Geräte ausprobieren.
Jeder mag eine andere Art haben, sich seine Entspannungsinseln zu schaffen. Wichtig ist nur, dass man darauf acht gibt, sich und seine Bedürfnisse wichtig zu nehmen und sich immer mal wieder fragt, wann man sich das letzte Mal Zeit zur Muße genommen hat.